miesbach 11.januar 2023

tauwetter, frühling, nicht im osten, wo der krieg weitergeht- aber hier. wo seit ende dezember frühlingshafte temperaturen herrschen.

erste fotoausflüge im neuen jahr. auch eine große ausstellung in augsburg im glaspalast: herlinde koelbl, metamorphosen, werden und vergehen.

koelbl hat vor allem langzeit-studien mit politikern gemacht, spuren der macht. inzwischen ist die große dame der deutschen fotografie 80 jahre alt. und natürlich hat sie auch andere als portrait-fotos gemacht. zuletzt 10 jahre lang naturbetrachtung in allen ländern der welt, deren ergebnis sie in der ausstellung in augsburg zeigt.

sehr gespannt also und neugierig auf ihre sicht der natur, ihre interpretation der vergänglichkeit.

aber bald dann auch enttäuscht, obwohl die bilder schön sind, interessant, manche wirklich beeindruckend, aber vor allem wegen der monumentalen formate: eine hand voll welke tulpen in 2 x 3 m ist schlicht immer umwerfend.

einen großteil der bilder aber fand ich nicht anders und besser als amateur-fotografien in der fotocommunity. das liegt wahrscheinlich am konzept, das allein auf die bildkraft des sujets, die morbide schönheit des verfalls, setzt. die sieht man in vielen, teilweise anmutig schönen bildern in allen variationen, farben und formaten. aber eben nicht mehr.

wir waren einen tag später am friedhof. der nachtfrost hatte die letzten blumen am grab teilweise mumifiziert: die äußeren blätter der rosen waren vergilbt und welk, im kern aber hatten sich ihre leuchtenden farben erhalten. ich habe sie mitgenommen und zuhause im garten ein paar  metamorphosen-bilder gemacht.