die bucht


twin o´caulin (köln)

woman in purple

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Verborgenes, Verschwindendes, Verschwundenes und die Suche nach dem leuchtenden Rubin

 

 

 

 

Frühe 90er Jahre, Spätherbst. Bei einem seiner solitären Gänge durch den Wald, lesend und immer wieder von den metaphysical poets, die er damals studierte, aufblickend, um nicht blindlings ins Gestrüpp zu laufen oder über einer Wurzel zu Fall zu kommen, Richtung Sonnenuntergang, der sich weit entfernt hinter dem Dickicht der kahlen Stämme vollzog, traf er auf etwas, traf ihn etwas, das ihn nicht mehr loslassen würde. Sein Blick war soeben erneut vom verdichteten Wort zum laubbedeckten Waldboden geschweift, als er dort etwas schimmern sah, im rotbraunen, welken, aber noch feuchten Laub, etwas Rotes, nicht mehr als einen kleinen Fleck, jedoch etwas, das ihn auf der Stelle fesselte. Das Schimmern war ohne Gegenständlichkeit, es leuchtete ihm im mittlerweile verdunkelten Waldstück wie das Licht entgegen, das durch einen Edelstein fällt, durch einen rohen Rubin. Er beugte sich hinab, um dieses Etwas zu inspizieren, und in diesem Moment wurde das Leuchten bereits schwächer. Er verstand sofort, dass buchstäblich ein schmaler Lichtstrahl der fast schon verschwundenen Sonne einen Weg durch das Waldstück gefunden hatte und vor seinen Füßen im dunklen Laub diesen nun langsam und still verglühenden Fleck rubinroten Glimmens verursachte. Kurz darauf war das Glimmen zusammen mit der Sonne verschwunden, und niemals wieder ist ihm seitdem ein vergleichbares Licht begegnet.

 

Auf seinen Streifzügen durch die Dämmerungen hält er jedoch Ausschau nach diesem Licht wie nach einem Edelstein, und fotografiert, was ihm an Licht im Dunkeln erscheint, wohl wissend, dass verborgen bleiben wird, wonach er eigentlich sucht. Aber so bleibt das sich Verbergende jedweder Art seine Faszination; und er führt dies zurück auf seinen einmaligen Fund im Wald.

 

In Spiegeln, die Strukturen enthüllen und verbergen, findet er zuweilen Ähnliches, manchmal auch in gebrochenem Licht, das Unwirkliches hervorzubringen vermag, und es ist das Rot im Besonderen, das seine Bilder, wiederkehrend, motivisch durchzieht.

 

Auch bei dieser Szene, des Abends an einer stahlverkleideten Rolltreppe fotografiert, die zu einem U-Bahnhof hinabführt, ist er fasziniert von der Brechung des Lichts an der stählernen Kante, die eine dahinter fast verborgene Frau vollkommen in die Farbe ihres Mantels einfärbt. Ebenso bannt ihn die Spiegelung eines Gleises, das nun auf dem Bahnsteig zu verlaufen und dabei ins Nichts zu verschwinden scheint.

 

Den einen besonderen Moment einzufangen, eine Konstellation von unscheinbaren Begebenheiten festzuhalten, einen rubinroten Lichtfleck im welkenden Laub zu bewahren, das wird der Antrieb für seine fotografische Arbeit bleiben.

 

 


Kommentare: 10
  • #10

    SguidoS (Samstag, 15 Februar 2020 16:49)

    Auch ich möchte mich als Fan von Twin outen.
    Was er einfängt ist subtil und meist nicht auf den ersten Blick offensichtlich, das ist es was ein gutes Foto ausmacht. Das Spiel der Schärfe und Unschärfe beherrscht er dabei außergewöhnlich was wiederum Stilprägenden für seine Arbeiten ist und ihm eine hohe Wiedererkennbarkeit zu Teil werden lässt. Das er ein textsicherer Schreiber ist macht es zudem interessant sich mit ihm und seinen Arbeiten zu beschäftigen.
    Weiter so....... Gruß

  • #9

    dotroom (Sonntag, 02 Februar 2020 15:07)

    Ich bin ein großer Fan von twin o´caulin's Bildern und auch hier bei 'woman in purple' ist die Szene wieder sehr geheimnisvoll. Die Frau ist nur angedeutet und wenn der Titel nicht wäre, wäre sie unsichtbar. Die Raumaufteilung ist perfekt gestaltet. Das Licht ist schummrig und geisterhaft, die Strukturen sind verschwommen und lassen eine Rolltreppe nur erahnen. Aber dann gibt es noch das Konkrete im Raum. Ein Mülleimer und die Notbremse. Haben die beiden Elemente eine Bedeutung? Bestimmt! Aber ich will gar nicht so viel hineininterpretieren. Ich ziehe die Notbremse.
    Viele Grüße Marco

  • #8

    s. monreal (Samstag, 01 Februar 2020 10:54)

    Hut ab. Toller Text, noch besseres Foto. Ich bewundere Menschen die so faszinierend komponieren können.
    VG Stephan

  • #7

    hr nomann (Dienstag, 21 Januar 2020 03:32)

    einfach stark vergrößern!!!! mehr als 2mal.

  • #6

    Werner Raschke (Montag, 20 Januar 2020 21:11)

    Diese Bild ist nun eine ganz andere Sichtweise und Darstellung der Umgebung als ich sie persönlich wahrnehme und fotografisch umsetze . Dunkelheit, Unschärfe, Schemenhaftigkeit, wenig Orientierungspunkte. Ein ungewöhnlicher Ansatz, der dem Betrachter Geduld und Phantasie abverlangt. Hat man sich eingesehen,kann man eine Art von sanfter Ruhe, bunkerartigem Schutzgefühl, aber auch sanfte Bewegung und Vergänglichkeit empfinden. Ich finde die beschriebene Frau nicht - bei aller Mühe. Die extrem orthodoxe Einstellung zur Fotographie von twin o caulin ist für mich erstaunlich, verwirrend und mir ganz fremd. Aber die Übersättigung des Geschönten kann ich nach längerem Bedenken nun auch wieder nachvollziehen...

  • #5

    hr nomann (Freitag, 17 Januar 2020 09:58)

    Du musst einfach stark vergößern. die Frau kommt dann in dem Lcihtfeld oben. Gefällt mir auch das Bild.

  • #4

    ch.monte (Mittwoch, 15 Januar 2020 17:50)

    Das ist wirklich ein sehr schönes und rätselhaftes Bild!
    Aber wo ist die Frau???
    Mir gefällt auch die Idee, die Bilder mit Texten vorzustellen. Und gerade hier bei Twins Bild zeigt sich, wie hilfreich der Dialog sein kann. Auch die Kommentare empfinde ich so erfreulich anders als in der fc.
    Eine schöne Bucht und Initiative. Viel Glück euch weiterhin.
    Christina

  • #3

    Armin M. (Sonntag, 12 Januar 2020 05:27)

    Ein seltsames, verstörendes Bild. Ich kann nicht sehen, was mir der Titel verspricht. Was ich sehe: eine kühle Landschaft mit zwei dunkel-Bereichen: U-Bahngleis und Betonmauerecke, fein getrennt von einer Lichtachse. Und drei Farben. aber farbig ist eigenlich nur der rote Not/Halt/Griff, der den Blick sofort anzieht und von der Dame ablenkt. Und an dem sich der Betrachter festhält. Oben und unten ein Hauch, mehr eine Andeutung von Farbe: Gelb und Blasslila, schön über die Achse gespiegelt. Aber rote Dame??? Twin o´caulin will uns also an der Nase herumführen, will scheinbar, dass der Betrachter etwas sucht, das er nicht finden kann. Er will, dass man sich mit seinem Bild länger beschäftigt, dass man genau hinsieht. Er verlangt etwas, was wir eigentlich nicht haben. Zeit…
    Ich habe sie gefunden!!! Nach langem Hinsehen. Sie ist wirklich da! Nicht richtig rot allerdings und nicht wirklich da. Wenn man lange und genau hinsieht, kann man sie sehen: Wie sie für einen kurzen Augen Blick auftaucht, erscheint und in der Erscheinung bereits wieder verschwindet. Das habe ich gesehen. Was für ein raffinierter Autor! Was für ein großartiges Bild!
    Mit seinem Text sehe ich, verstehe ich noch ein bisschen mehr. In diesem Bild, in der Frau in rot steckt mehr als nur ein tolles Foto, das einen flüchtigen Augenblick glücklich oder mit großer Kunst „fest“hält. Das Bild ist eine große Metapher, ein Emblem für seine ganze Arbeit, für seine Auffassung von Fotografie. Die Suche nach dem Unmöglichen. Nach der blauen Blume. Nach dem Gral. Nach dem Licht.
    Ein vergebliches Unterfangen! Aber eines mit viel Mut. Umso mehr, als alle andern und viele Fotografen alles Mögliche „einfangen“, „festhalten“ wollen.
    Message in the bottle! Danke Twin o´ caulin für dieses Strandgut. Ich bin froh, dass es hier in die Bucht gekommen ist.

  • #2

    ines27 (Samstag, 11 Januar 2020 17:00)

    Lieber Twin O'caulin, was Du beschreibst, nenne ich den Zauber des Augenblicks. Es ist ein Licht, ein Duft, ein paar Noten einer Melodie- in dem Moment, wo wir ihn begreifen, ist er auch schon verschwunden. Wir suchen oft zeitlebens danach, wohl wissend, daß wir einem Phantom nachjagen, denn den Zauber eines Augenblickes kann man ja wohl niemals zurückholen. Somit mußte Dein Bild eine Reflexion sein, noch dazu eine dynamische. Triviale Ahnungen ziehen vorbei und dann die Frau, die man mehr ahnt als sieht. Man kann sie nicht aufhalten, nicht fassen. Dennoch hat sie den Augenblick verzaubert, den Betrachter aus seinen Gedanken gerissen, die Monotonie verändert. Sehr schön.

  • #1

    Klaus Rex (Samstag, 11 Januar 2020 13:30)

    Diese ist eine ARTgerechte Umstzung der in dieser dunklen Umsetzung eine gute Figur macht !!!!!!!!!!!


DereL

to say goodbye

Making the image:         to say goodbye

Eltern kennen das: Die Kinder haben Studium oder Ausbildung beendet, bekommen ihren ersten Job in einer entfernten Stadt, die Aufregung der Eingewöhnungsphase ist geschafft, die Eltern kommen zu Besuch, es ist eine schöne gemeinsame Zeit nach turbulenten Wochen.
In einem kleinen, etwas in die Jahre gekommenen Hotelzimmer packen die Eltern vor der Abreise die letzten Dinge in ihre Taschen, der Sohn ist zur Verabschiedung gekommen, steht in einer Ecke des Zimmers und wartet. Da fällt ein Lichtschein durchs Zimmer und wirft ein flirrendes Lichtspiel auf die Tapete, das das Gardinenmuster und das Fensterkreuz schattenhaft andeutet, lässt die Lederjacke des wartenden Sohns plastisch erscheinen. Griff zur Kamera. Schnell einige Fotos, bevor das Licht verschwindet. Positionswechsel sind in dem kleinen Zimmer kaum möglich.
Anschließend ein letzter Blick aus dem Hotelfenster, langweiliges Erinnerungsfoto. Die alte Gardine dagegen pittoresk. Wie früher. Dahinter schemenhaft der neue Heimatort des Sohnes. Intuitiv sind schnell einige Fotos von der Gardine gemacht.

Bei der späteren Durchsicht aller Fotos von dem Besuch fällt die Auswahl, losgelöst von der Aufnahmesituation, auf diese Fotos. Es kristallisiert sich nach und nach der Arbeitstitel „Abschied und Aufbruch aus der Enge“ heraus; das beklemmende Innen und das lockende Außen.

Ich arbeite gerne mit Foto-Serien, die lassen sich in der fotocommunity aber leider nicht gut präsentieren. Also habe ich es mit einer Kombination von zwei Fotos versucht, meine erste. Dabei wirkt es beim ersten Blick so, als wären es drei Fotos: Licht, Jacke, Gardine. Somit kann ich hier die klassische Form des Triptychons abgewandelt in die Fotografie übertragen.

Reizvolles, warmes Licht von außen auf der Projektionsfläche der einengenden Wand, Hell-Dunkel-Kontrast, das Zentrum unbestimmt, fast schwarz, links das helle Sonnenlicht von außen, abwartendes Stehen, offensichtlich zur Lichtquelle gewandt, mit angedeuteter Lederjacke, fertig zum Aufbruch, rechts, nur abgetrennt durch eine fast transparente spießige Gardine, ist die helle Außenwelt zu erahnen. Es ist Zeit für den Aufbruch und „to say goodbye“, unmelancholisch, optimistisch.

 


Kommentare: 12
  • #12

    dotroom (Sonntag, 02 Februar 2020 15:25)

    Eine geniale Stimmung geht von dem/ den Fotos aus. Sie bilden eine Einheit, die durch den Schatten an der Wand herbeigeführt wird. Dennoch liegt die Trennung in der Luft. Man muss auch loslassen können. Bevor man zu sentimental wird, schnell noch ein paar Fotos gemacht.
    Ohne die Erklärung hätte ich die Komposition und den Inhalt der Fotos sicherlich ganz anders interpretiert. Möglicherweise auch gar nicht. Die olle Jacke wirkt hier ganz fremd, wie ein Einbrecher, der die Umgebung stört. Schön auf Wiedersehen gesagt.
    Viele Grüße Marco

  • #11

    s. monreal (Samstag, 01 Februar 2020 11:04)

    Schöne Komposition. Ich sehe jemanden, der wartet. Er blickt der Sonne entgegen. Dem Ersehnten? Der Weite? Blickt nach draußen und scheint jemanden zu erwarten der in abholt. Diese Person ist noch nicht da... Kommt sie in noch? Oder wird vergebens gewartet? Das Sonnenlicht stimmt so positiv... Er wird abgeholt. Bestimmt. Die Geschichte hat ein gutes Ende!
    Tolle Stimmung, die Du erzeugst. Gefällt mir!
    VG Stephan

  • #10

    hr nomann (Mittwoch, 22 Januar 2020 17:11)

    Ich beziehe mich auf Hr DereLs letzten Beitrag
    Mensch DereL. du wirst ein langsam bisschen sentimental. was ist mit Vernunft! Obwohl... ist bei mir auch nicht so unheimlich viel los. Aber stimmt schon. HAt der marin ganz gut gemacht. war früher öfter hier, nie was los. keine menschenSeele. ja. So bisschen Robinson. und jetzt die bucht hier mit zelt und der Frau vom Hr Caulin- komischer name übrigens. sitz auch öfter vor deim bild. is wirklich ein starkes sück. kommen mir plötzlich so viel stimmen. Is manchmal wie high sein, aber clean. Wenn Du verstehst, was ich meine.
    also gut: Danke w.marin. und jetzt is gut.

  • #9

    DereL (Mittwoch, 22 Januar 2020 12:11)

    Wenn man sein Foto in die Öffentlichkeit entlässt, entwickelt es mit der Zeit ein Eigenleben. Je mehr es angeschaut und kommentiert wird, desto eigenständiger wird es. So habe ich durch eure verschiedenen Sichtweisen an meinem Foto Aspekte kennengelernt, die ich bisher so nicht wahrgenommen habe, die ich mir aber durchaus zu eigen machen kann. Eine für mich bereichernde Erweiterung meiner fotografischen Erfahrungen. Dafür vielen Dank, insbesondere an Werner, der mit der Bucht die Möglichkeit des intensiveren Austausches geschaffen hat.

  • #8

    hr nomann (Dienstag, 21 Januar 2020 03:37)

    weiß nicht, wenn ich das bild seh- is horror. denk an so viel. schon auch wie hilbig wolfgang. oder anderer wolfhang, herrndorf. auch weggegangen. arbeit und struktur. was für ein mist. sterben aufhören!!!

  • #7

    w.marin (Samstag, 18 Januar 2020 05:35)

    zu w.hilbig und r-m.r
    schön. blick und gegen blick. rückblick
    sicht und gegen sicht. rück ...
    um das geht es wohl auch in dem bild.

  • #6

    w.marin (Samstag, 18 Januar 2020 02:52)

    zu hr nomann: danke für den tipp. links ist ok.

  • #5

    Wolfgang Hilbig (Freitag, 17 Januar 2020 19:42)

    laßt mich doch / laßt mich in kalte fremden gehn / zu hause / sink ich / in diesen warmen klebrigen brei / der kaum noch durchsichtig ist / der mich festhält der mich so / festhält / ... (1979)

  • #4

    rilke rainer-maria (Freitag, 17 Januar 2020)

    wer hat uns also umgedreht, daß wir,/ was wir auch tun, in jener haltung sind/von einem, welcher fortgeht? wie er auf/dem letzten hügel,/der ihm ganz sein tal/noch einmal zeigt, sich wendet, anhält, weilt-,/
    so leben wir und nehmen immer abschied
    elegien aus duino

  • #3

    ines27 (Freitag, 17 Januar 2020 04:43)

    Dein Bild ist in einer positiven Aufbruchstimmung entstanden. Ich empfinde es aber auch als ein Bild der großen Traurigkeit. Für mich geht es nicht um den Sohn, der ins Leben drängt, sondern einzig um die Person hinter der Kamera. Das wage ich zu interpretieren, da von dem Sohn nichts, als die Jacke auf dem Foto zurückbleibt. Die Person hinter der Kamera wird auch ein neues Kapitel aufschlagen, auch für ihn wird es ein Neuanfang. Doch in seinem Buch kommen nicht mehr viele Seiten. Wo sind nur die Jahre geblieben? Was fange ich jetzt an? Hier hat der Fotograf wunderbar diese Mischung aus Hoffnung/ Traurigkeit/ Ängstlichkeit und Annahme des Unabänderlichen dargestellt in dieser Mischung aus Licht, zarter Gardine, Kreuz und schwarzer Person - ohne Kopf. Den Titel finde ich auch sehr passend, da er tatsächlich dem Abschied betont. Ich finde das Bild nicht nur sehr gut gelungen, sondern ich glaube, es kann auch viele Menschen erreichen, die diese Gefühle kennen. Liebe Grüße.

  • #2

    w.marin (Montag, 13 Januar 2020 12:05)

    ich hatte das bild auch so gesehen, als wäre einer gestorben! jemand steht am fenster, blickt durch die spießige gardine, daneben hängt, was übrig geblieben ist von jemand. ob gestorben, für immer weg oder ...
    ich hatte es, bevor ich DereLs bilder etwas näher kennen lernte, in der fotocommunity so kommentiert (mit den fehlern!):
    auch das finde ich unheimlich beklemmend. es lässt keine ausreden mehr zu oder ausflüge in ästhetische gefilde. close to the edge!!! aber vielleicht wird von da aus der blick aus das rauschen dazwischen wieder deutlciher & kostbarer.
    jetzt, mit seinem text, bin ich unheimlich erleichtert. oder fast.
    jedenfalls ein "starkes bild". komme oft hierher, um es mir anzusehen.

  • #1

    hr nomann (Montag, 13 Januar 2020 06:51)

    Gut mit dem TExt. Starkes Bild. Dachte zuerst ist einer gestorben. Zum Glück nicht. Glaube dem Herrn DereL nicht, dass er so optimistisch weggeht- weht zuviel Melancolia durchs Bild. Schönes Bild. ja.
    Ihr solltet die Bilder mit den Autoren verlinken.


s.monreal (köln)

tipi

ich fotografiere. alles. gerne.

ich möchte mich beim fotografieren nicht auf etwas bestimmtes festlegen.
oder einschränken. früher war nach 36 bildern erst einmal schluss. am
tag. freiwillige selbstbeschränkung. dann warb ein großer
kamerahersteller "komm spielen". seitdem spiele ich. unbegrenzt.
unbeschränkt. mit allem was mir interessant erscheint. betrachtenswert.

manchmal gehe ich auf die suche nach motiven. betrachte sehr aufmerksam.
fotografiere aus allen erdenklichen perspektiven. bin mir nicht sofort
im klaren darüber, was alles zu dem bild gehört. dann spiele ich weiter.
irgendwann ist es perfekt. für mich.
manchmal ist alles sofort da. wie bei diesem bild. form, farbe und
struktur. es gibt nur zwei aufnahmen von diesem motiv. gefunden auf
einem weihnachtsmarkt mit zweifelhafter stimmung & atmosphäre.

im anschluss die mehr oder weniger aufwendige nachbearbeitung. wie beim
fotografieren selbst, darf es nicht zu lange dauern. darf keine arbeit
werden. muss spiel bleiben. bei diesem bild waren mir farbe des himmels
und struktur des stoffes wichtig.

das finden eines bildtitels geschieht sehr intuitiv. er ist fast immer
kurz & knapp. manchmal das, was man sieht. manchmal das, was ich
assoziiere. wie bei diesem bild.

der ganze kreative prozess ist ein ausgleich und eine ergänzung für
mich. er macht mich zufrieden und glücklich. ich freue mich, wenn das
ergebnis auch anderen gefällt.

... und freue mich über anregungen und sachliche kritik.


Kommentare: 9
  • #9

    SguidoS (Samstag, 15 Februar 2020 16:54)

    Weniger ist mehr!
    Je häufiger ich dieses farbintensive, genau genommen schlichte Foto betrachte um so mehr wird mir die Wichtigkeit dieser Aussage bewusst. Im Normalfall fallen wir alle ja meist auf ein "viel zu viel auf einmal" herein weil wir glauben "Alles" zeigen zu müssen. Nein, dass müssen wir nicht, dafür ist das Tipi ein fantastisches Beispiel. Gruß

  • #8

    dotroom (Sonntag, 02 Februar 2020 15:34)

    Das Foto besticht durch seine Symmetrie, die kräftigen Farben und dann auch noch die feinen Strukturen. Gut dass das Tipi vorher nicht gebügelt wurde.
    Viele Grüße Marco

  • #7

    ines27 (Freitag, 24 Januar 2020 21:01)

    Zunächst besticht das Bild von s. monreal durch seine Ästhetik. Dann scheint man die unendliche Weite und Freiheit unter diesem blauen Himmel zu spüren: eine Behausung im endlosen Nichts. Ein autarkes Leben im Einklang mit der Natur... Irgendwann macht man sich bewußt, daß dieses Bild auf einem Weihnachtsmarkt entstanden ist. S. monreal hat durch die Veränderung seines Blickes entdeckt, festgehalten, bewahrt und uns gezeigt, weil er es für sehenswert und beachtenswert hielt. Das macht das Foto wertvoll: wir staunen und wissen, das wir daran vorbeigegangen wären. Nun wissen wir aber auch, daß vielleicht allen, noch so trivialen Dingen, ein Zauber innewohnt, den wir entdecken können, wenn wir den Blick verändern, einen Augenblick innehalten, so wie s. monreal es uns gelehrt hat. LG Ines

  • #6

    hr nomann (Donnerstag, 23 Januar 2020 00:54)

    mensch mann twin. was du da redest. mir kommen wirklich die tränen. was du alles redest.
    ok. ich bleib hier.
    bitte nicht weggehen!!!!

  • #5

    Twin (Donnerstag, 23 Januar 2020 00:33)

    Das Bild von s.monreal mag ich wie viele andere seiner Bilder, weil das Licht in ihm mich etwas entrückt, aber auch, weil es solche Texte hervorruft wie den von hr nomann. Die Monologe und Dialoge, die die friends' bay jetzt schon bietet, gefallen mir gut.
    Bei dieser Gelegenheit möchte ich dem hr nomann sagen: Komm bitte immer mal wieder und bring ruhig was zu Rauchen mit oder auch Pralinen, aber komm auf jeden Fall und setz dich ins Zelt oder davor. Aber das weiß er schon, dass ich seine Texte mag.
    Und dem w.marin will ich bei dieser Gelegenheit sagen, vielleicht wie hr nomann es sagen würde: Schöne Bucht hast du hier gebaut. Ohne Plastik im blauen Wasser, kann man auch von der iss aus sehen.
    Und Ines und Armin und all den anderen netten Menschen, die hier mit Wertschätzung und Zeit im Boot an der Bucht anlegten und ins Zelt kamen, möchte ich sagen, dass ihr Wort viel bedeutet und dass ch.monte recht hat, wenn sie sagt, es ist hier anders als in der fc.
    Wünsche der Bucht viel gutes Licht, wie das auf dem Tipi.

  • #4

    hr nomann (Sonntag, 19 Januar 2020 03:25)

    Starker Tobak, was hier alles geredet wird. Bild gefällt mir. Hatte gedacht, schön das Zeit, Himmel auch. Gehste hin paar Tage, länger vielleicht. Hätte auch was zu rauchen mitgebracht.
    So blau ist die Erde ja auch nicht immer. (Von den der iss aus gesehen vielleicht schon. Die Plastikmeere sieht man ja erst, wenn sie wieder zurückfliegen.)
    (Vor allem nicht wenn man da lebt, benean bei so nem Plastikstrom. Aber da kommen jetzt die Neugründer aus europe und fischen das Plastik raus, machen schicke Taschen und so, vielleicht auch bald Zelte aus Meeresplastik. Alles fließt.)
    Im Himmel überm Tipi schon. Das gefällt mir wirklich.
    Und DereL möchte ich noch sagen: "Die Idee und Sehnsucht, von all dem Alltäglichen befreit zu sein, was uns am Boden hält, nach harmonischer Ausgeglichenheit, in der Waage zu sein, überschaubar zentriert zu sein..." Las neulich in nem Buch, da hieß das "symmetrisch leben"...
    Du hast schon recht und auch schön gesagt: Unser Leben ist Tipi.
    Ich komm doch. Bring auch was zu rauchen mit. Und bisschen Früchtetee. Und Pralinen.

  • #3

    DereL (Samstag, 18 Januar 2020 16:35)

    Paul Éluard wird nachgesagt, er habe die Poesie mit „Die Dichtkunst ist eine Pfeife.” beschrieben. Magritte hat als Antwort auf seinen Freund, der ihm im Surrealismus verbunden war, mit dem Bild „Dies ist keine Pfeife“ geantwortet, wissend, dass der Gegenstand nie das Gleiche wie seine sprachliche Benennung oder sein Bild ist.
    Mit "Die Erde ist blau wie eine Orange. Kein Irrtum, die Wörter lügen nicht." von Éluard scheinen sie sich irgendwie ironisch im Surrealismus genähert zu haben.
    Im Sinne von Magritte könnte man also sagen: „Dies ist kein Tipi.“ Was aber dann?
    Drehen wir die Fragestellung um und betrachten das Foto vom Titel her. Was ist ein Tipi? In unserer romantischen Vorstellung vom „edlen Wilden“ vielleicht ein Sinnbild von Freiheit, Abenteuer und Verbundenheit mit der Natur, dem man sich in der Sommerzeit auf einem umschlossenen Campingareal für die eine oder andere Nacht komfortabel, nicht weit vom Toilettenhaus und einer gut bestückter Campingküche, aussetzen mag. Die wenigsten von uns haben wochenlang alternativlos in solch einem Zelt zugebracht, gemeinsam gegessen und Gespräche geführt, Pläne gemacht, in der Nacht das Feuer bei der Feuerwache in Gang gehalten, ohne dass die Schlafenden im Qualm erstickten, in einem stürmischen Gewitter gehofft, dass die ganze Konstruktion hält. In einem Leben, in dem „Tipi“ nicht Freizeit bedeutet, sondern Überleben am Ort und in der Mobilität, hat „Tipi“ wohl eine andere Bedeutung, auch eine andere symbolische, wie z. B. die Kreisform.
    Was hat das mit dem Foto zu tun? Möglicherweise etwas mit einer unserer Sehnsüchte in der westlichen, globalisierten Industriegesellschaft, die sich hin zu eine digitalen Gesellschaft wandelt. Die Idee und Sehnsucht, von all dem Alltäglichen befreit zu sein, was uns am Boden hält, nach harmonischer Ausgeglichenheit, in der Waage zu sein, überschaubar zentriert zu sein, den Blick spirituell erhoben in die Tiefe des Raums.
    Wäre das alles, würde ich das Foto als kitschig bezeichnen. Aber es gibt die Flecken und Falten auf die Tipihaut. Sie können vom Alltag, von Regen, Dreck und Sonne, vom Zusammenpacken, Transportieren und dem erneuten Aufbau – von Zeit – zeugen, letztlich von Anstrengungen. Die Erfüllung einer Idee oder einer Sehnsucht ist meist mühevoll und braucht Zeit. Unser Leben ist Alltag und Sehnsucht zugleich - also "Tipi".

  • #2

    Klaus Rex (Samstag, 18 Januar 2020 08:39)

    Die Beschränkung auf das wesentliche und die Symmetrie inklusive des einfallenden Lichts geben dem Bild eine Aussage die dem Titel absolut gerecht werden .

  • #1

    ch.monte (Samstag, 18 Januar 2020 08:27)

    WOW!
    Mit sachlicher Kritik kann ich allerdings nicht dienen.
    "Die Erde ist blau wie eine Orange.
    Kein Irrtum, die Wörter lügen nicht."
    sagt der Dichter Paul Eluard. Ich weiß nicht, ob ihr versteht, was ich meine. Aber es ist genau dieses Gefühl, das mir das Tipi vermittelt. Dieses unglaubliche, wunderbare Blau. Ich kann mir vorstellen, das s.monreal lange daran gearbeitet hat. Ich bin sonst nicht so für Bildbearbeitung. Aber anders kriegt man es vielleicht nicht. Gesehen hab ich so ein Blau schon öfter, aber wenn ich es einfangen will, ist es nie so.
    Toll. Das gefällt mir wirklich sehr gut. Werde doch wieder öfter in See techen müssen!!!


SguidoS (baden-baden)

alter hafen 3 +

speed queen

Text zum Porträt „Alter Hafen 3“

 

 

 

Das hektische Treiben am alten Hafen der Küstenstadt Marseille zeugt von immerwährendem Handel. Die ganze Gegend atmet noch immer die Beziehungen, die von dieser Stadt in die Welt bestehen.

 

Etliche Male haben wir den Süden Frankreichs besucht und empfinden den Abschnitt zwischen Marseille und Toulon als den interessantesten Bereich der ganzen Mittelmeerküste Frankreichs.

 

Der alte Mann saß auf einer Treppe eines Hauseinganges und schnitzte an einem Stück Holz, er war derart in sein Tun vertieft und strahlte dabei eine solche innere Ruhe aus,- ich musste ihn fotografieren.

 

Aus der Entfernung war es mir zu anonym, deshalb bin ich recht nah vorbeigegangen und habe einfach aus der Hüfte einige Male ausgelöst. Ich bin dann zu ihm gegangen, habe mich neben ihn gesetzt und habe ihm die Bilder gezeigt.

 

Obwohl wir erhebliche Verständigungsprobleme hatten, war doch so etwas wie Gemeinsamkeit zu spüren und Freude über das Interesse aneinander. Wir haben ein Bier zusammen getrunken und uns herzlich verabschiedet.

 

Das Foto ist deshalb so etwas wie eine Brücke der Verständigung für mich. Es steht für ein offenes Miteinander.

 

Text zu Speed Queen:

 

 

 

Der Wahnsinn einer Metropole wie Marseille ist für mich dort am deutlichsten, wo der Verkehr das Bild bestimmt. Das unglaubliche Durcheinander, das Gehupe und Geschimpfe, das teils rücksichtslose Verhalten vieler, die nach schnellem Durchkommen streben.
Darin, im Caos dieses Gewimmels, sah ich diese alte Dame, welche mit Würde und Gelassenheit Ihren motorisierten Rollstuhl hineinlenkte. Die mit Geduld und Ruhe, wohl aber auch mit Entschlossenheit dem Ganzen begegnete.

 

Die Szene war bei mir schon durch, ich hatte sie wahrgenommen, aber nicht fotografiert. Wir waren am Weitergehen, als jemand heftig bremste und hupte ... ich drehte mich herum und löste in der Drehbewegung mehrfach aus. Erst Wochen später entdeckte ich die Reihe wieder und habe mich für dieses Foto entschieden, weil es die ganze Situation auf den Punkt bringt.

 

 Mobilität wird im Alter und mit Behinderung nicht leichter.

 


Kommentare: 5
  • #5

    s. monreal (Samstag, 01 Februar 2020 15:48)

    Zu 'Alter Hafen 3' assoziiere ich niemanden der schnitzt. Ich habe ihn als Musiker gesehen. Pianist vielleicht. Oder Dirigent. Verrückt... mit solch einer Auszahlung kann man schnitzen... Toll eingegangen, auch wenn es 'nur' im Vorbeigehen war - solche Bilder mag ich gerne!
    Ebenso mag ich 'Speed Queen'. Stellt die Dame Resignation oder Geduld aus. Auf jeden Fall wirkt sie gelassen auf mich. Gelassen im Alter, gelassen durch das Alter. Tolles Bild - und es hat nichts mit 'Speed King' von Deep Purple zu tun. Aber vielleicht kennen sie beiden sich ;)
    VG Stephan

  • #4

    Armin M. (Mittwoch, 29 Januar 2020 03:56)

    Zunächst einmal muss ich gestehen, dass ich kein(großer) Freund von Street oder Portrait-Fotos bin. Für viele scheint es mir nur ein Vorwand, um Banales oder Bilder ihrer Lieben zu sammeln. Obwohl das ja auch keine schlechte Motivation ist, wie ich betonen möchte. Aber nicht unbedingt etwas mit gewissen künstlerischen Ansprüchen zu tun hat. ABer ich lerne. Und ich lerne viel mit Bildern wie diesen von SguidoS. Diese Bilder greifen einen regelrecht an! Man kann sich ihnen nicht entziehen, wird sofort hineingerissen in ihren Sog: Pathos, Mitgefühl, BEwunderung, Menschlichkeit. SguidoS nimmt und mit auf seine Reisen/Touren und ZEIGT und´s diese Menschen/Augen Blicke. Und ich be-greife: Ja. So ist das Leben. C´est la vie: hart, grausam, schön, wunderbar: einfach human (engl. ausgesprochen).
    Danke Guido für diese Lektion. Ich habe begriffen.

  • #3

    hr nomann (Samstag, 25 Januar 2020 22:11)

    zu dame ines und hr klaus:
    alles ganz nett meine lieben.
    aber redet immer nur. und íhr redet auch das richtige., aber was ist mit rauchen, trinken, musike??
    muss erst warten bis der hr twin kommt. aber hab solchen durst.
    hinten die wasserstelle. hoffe ihr birngt n bisschen rum mit. der twin vllt.
    .zu den bildern: die speed queen is so klasse. weiß nicht wann ich sowas schon mal gesehn hab. diese alte dame mit schmerz und würde! und wie er das sagt der hr sgiudose. komischer name übrigens. die dame is wirklich hart. eingentlich nicht. aber wie er sie malt.
    dachte ich könnte auch n bisschen leute fotografieren. merke jetzt, da ist noch etwas nach oben- streeet und so. muss man schon können/sehen. hat nicht viel mit street zu tun. mit augen vllt.
    jedenfalls guidoS. schön, dass du da bist. vileeicht n foto mit mir vorm tipi?? und bier spendiert???
    klasse typ du mit deim burda-licht. ja klasse.
    aber jetzt is mal gut. rauchen. reden. in himmel schauen. alles tipi.

  • #2

    KLaus Rex (Samstag, 25 Januar 2020 12:51)

    Die Aussage zum ersten Bild trifft hier voll zu und der leichte Verwischer erzeugt eine Interpretation die mir sehr gefällt .
    Das zweite Foto stellt diese von dir gezeigte Szenerie perfekt dar und trifft den Nagel auf den Kopf !!!!!!!!!!

  • #1

    ines27 (Samstag, 25 Januar 2020)

    Deine sehr schön fotografierten Bilder zeigen die letzte Lebensphase eines Menschen von seinen zwei Seiten: Da ist einmal das ruhige Dasein, Zeit und Muse haben, ungestört von allen Dingen ringsherum mit sich selbst sein. Der alte Mann hat schon alles gesehen und erlebt. Er scheint einen Packt mit der Unendlichkeit zu haben. Er ist dennoch offen für Gespräche, für neue Bekanntschaften, weil er ein friedlicher alter Mann ist und außerhalb jeglicher Konkurrenz, er beherrscht die Situation. Ganz anders die alte Dame in ihrem Rollstuhl. Sie wird in einen Kampf geworfen, der nicht mehr der ihre ist. Sie tritt, zart und verletzlich, gegen fette SUV's an, die allesamt einem schnellen Strom darstellen, durch den sie jetzt durch muß. Sie scheint einen Packt mit der schicksalhaften Unabänderlichkeit zu haben. Sie wird es wieder tun, sie wird die Straße überqueren, wohl wissend, daß es das letzte Mal sein könnte. Diese Welt ist nicht mehr die ihre, dennoch kann sie sich ihr nicht entziehen. Hier braucht es todesmutige Entschlossenheit, so wie am Ende jeden Lebens. Sehr beeindruckend gemacht. Die Entstehungsart und Qualität der Photos zeigen Authentizität und Lebendigkeit. Hat mich stark beeindruckt. Liebe Grüße von Ines.




klaus rex (im dorf)

warten

wie lange noch

Warten

 

Auf was wartet man? Den Feierabend, den Zug, auf den Freund, auf neue Inspiration oder auf den geeigneten Augenblick für das perfekte Foto. Diese Interpretation lasse ich mal imRaum stehen.

 

Der Mann auf dem Bild wartet auf die U – Bahn, um sein angewähltes Ziel zu erreichen. Sehnsüchtig schaut er nach rechts ob der Zug schon zu sehen ist. In wenigen Minuten ist er am Ziel.

 

Warten wir nicht alle auf irgendetwas? 

 

Diese Bildkomposition entstand in Hamburg in der Station der U 4.

 

Die U4 ist eine Linie der Hamburger U-Bahn, die die HafenCity, die Innenstadt mit den zentralen Verkehrsknoten Jungfernstieg und Hauptbahnhof und die östlichen Stadtteile der Hansestadt miteinander verbindet. (Quelle Wikipedia)

 

Mich inspirierte die blaue Wand und das Muster auf dem Boden und der einzelne Mensch zu dieser Komposition.

 

 


Wie lange noch

 

Das Büro der derzeitigen Bundeskanzlerin animierte mich zu diesem Foto, da demnächst dort bestimmt ein neuer Name zu sehen sein wird.

 

Die Wand wies schon Risse auf und der Kontrast des Türrahmens mit der Wand stellten eine schöne Einheit dar.  eine Einheit, die im Moment die politische Lage nicht bieten kann.

 

Wo Licht ist, ist auch Schatten

 

Johann Wolfgang von Goethe

 


Kommentare: 5
  • #5

    dotroom (Donnerstag, 13 Februar 2020 23:51)

    Wunderschön wie der Läufer neben dem Schachbrett auf seinen Einsatz wartet.
    Von dem Blau bin ich begeistert. Alles zusammen bildet eine Harmonie die einen Ruhepol bietet.
    Lang lebe die Königin.
    Grüße aus Berlin

  • #4

    s. monreal (Sonntag, 09 Februar 2020 10:55)

    So schön habe ich schon lange niemanden 'Warten' gesehen. Das Bild hat eine wahnsinnige Brillanz und Klarheit. Das flächige Blau gefällt mir sehr gut. Es stellt einen Gegenpol zum schachbrettartigen Boden dar, der in der rechten Bildhälfte sehr abgenutzt wirkt. Auch diesrr Wechsel gefällt mir sehr gut. Vielleicht wartet der Herr ja auf jemanden, der den Boden wieder in Ordnung bringt...? Das wäre zu schade! Dann würde dieses tolle Bild etwas verlieren.

    'Wie lange noch' ist eine sehr nüchterne dokumentarische Aufnahme. Verbunden mit dem Titel natürlich eher eine politische... Ich bin erstaunt über das Türschild. Es wirkt wie in einer Schule in den 80ern auf mich nur würde hier 'Lehrerzimmer', 'Sekretariat' oder passender 'Schuldirektorin' dran stehen. Der Putz und die Risse darin unterstützen dieses Empfinden. Mir gefällt das Bild nicht zuletzt wegen dieser Assoziation.
    VG Stephan

  • #3

    ch.monte (Samstag, 08 Februar 2020 08:06)

    Moin Hr Klaus Rex. SO etwas haben wir hier auch. D.h. so etwas Ähnliches. "Wie lange noch" fragen sich hier auch die Bürger in unserem Dorf. Ist allerdings eine richtig Kreisstadt. aber sonst ganz ähnlich. Unsere erste Bürgermeisterin: 17 Jahre im Amt, die Dame. Dabei nur gewählt, weil man den SPD-Kandidaten vermeiden wollte. Deshalb haben sich die mürrischen Dickschädel, so nennt man die LEute hier manchmal, auf eine Frau eingelassen. Vorübergehend. Und dann sind daraus so viele Jahre geworden. 17. Das würde man nicht denken, wenn man diese Frau auf der Straße trifft und sie einen so freundlich grüßt. Also nicht politisch grüßt, spondern freundlich. Oder beim Bäcker. Und ein Herz für die schwarzen und anderen Flüchtlinge hat sie auch. HAt wahrscheinlich überehaupt ein großes Herz. Auch wenn keine Presse dabei ist, übrigens. Great heart, könnte man sagen, Trotz so vieler Jahre Politik.
    Da ist schon eine wahnsinnige Leistung, finde ich.
    Aber nun habe ich noch gar nichts zu deinem Bild gesagt. Das Bild finde ich in seiner Einfachheit sehr schön. Und es enthält für mich, obwohl es scheinbar so einfach ist, doch eine große Botschaft... erin bissvhen in der Richtung, die hr nomann, der wirklich ein alter Sponti ist, aber scheinbar das HErz am rechten Fleck hat, meint. Ich weiß nicht.
    Liebe Grüße Christina

  • #2

    anatomisches glühwürmchen (Sonntag, 02 Februar 2020 01:00)

    zu Deinem Bild "Warten"
    Hallo Klaus,
    bin neu hier. Dein Bild beschäftigt mich. Ein Mann, der alleine auf eine U-Bahn wartet. Im Grunde ist man immer allein. An der blauen Wand Lichtspiegelungen, wie geheime Botschaften aus einer anderen Welt, die zwar wahrgenommen aber nicht entschlüsselt werden können. Links neben den Sitzen ein Schachbrettmuster am Boden ... (Assoziationen) Warten auf eine günstigen Zug? (wie doppeldeutig in einer U-Bahn-Station). Warten auf das nächste Bauernopfer? Oder die Angst, selbst beim nächsten Zug Opfer zu sein?
    Wie lange noch ... wird das Spiel gehen?

    Grüße aus der dem großen Dorf München, Ana

  • #1

    hr nomann (Samstag, 01 Februar 2020 04:29)

    Moin moin Klaus. Welcom im camp!!! Schön dass du endlich da bist. Hier is doch auch schön. Besseres Wetter als bei dir da im Dorf beim Moor. Teufel auch. Ist oft diesig da,? bewölkt, ohne SOnne??... Gibts alles hier, Sommer, Sonne Kaktus.
    LAgerfeuer brennt schon, hab dir auch einen bequemen Platz reserviert. Und LautSPeakers für die PArty am Abend. Tantz, höllische Musike...!!! Twin mit seiner Kannjajder-Krachtruppe tritt am Abden auf.. und du hast goffentlich was feines zum Trinken mitgebrahct. Bilder hast de ja tolle dabei. Obwohl ich das nicht ganz vestanden hatte. Geht einer hin in Abgeordneten Tempel und macht ein Foto von wo die Angela MErkel wohnt, also die Volsvertreterin, nicht die KAnzlerin. Foto ist schön- schöne Farben und Schild macht sich auch gut. Aber da hörts bei mir dann schon auf. Was soll das bedeuten? außer dass es da steht und n bissken schöne ist. HAb ich mich gefragt. Beim andern Bild ist klar. Heftige Botschaft, ähnlich wie beim GuidoESE. Mitgefühl mit so nem armen Kerl. Und dann ja nicht nur für ihn wahr scheinlich sondern auch für die andern armen Kerle. Oder schönres Wort noch: SOLIDARITÄT. Pooh. Und das im andern Bild wo du mitbringst, in einer eiskalten Szene, eiskalten Schärfe. Krieg ich gleich ne Gänsehaut.
    Aber jetzt wo du da bist, kann man ja mit mir reden. Zu meinen Fragen: Was bitte soll das A.M. BIld bedeuten? Dass du sie ein bisschen wehmütig bald weggehen siehst. Unter uns Klaus- ich auch! Stell dir das vor, aber nicht so laut sagen, meine roten Kumpel werfen mich sofrot aus der WG! Doch ich auch. Weil ich so Angst habe, dass dann der Hr von und zu Gauland mit seinen schwarzen Kerlen und Blonchen da einziehen. SInd ohnehin schión zu viel. Aber dieser Alexander von G... der wird villt. gar nicht so lange bleiben. Jetzt hat er seinen Schutzmantel verloren, wahrscheinlich muss er bald den Tempel velassen... Aber ...Aber lassen wir das Gesindel. Ich freu michd das du da bist. lass uns was trinken.