anatolisches glühwürmchen (münchen)

blutgetränkte erde

Ein Ausflug (2016) durch die Vogesen im September durch lichtdurchwirkte Buchenwälder, überall Vogelgezwitscher. … Dann rechts eine Hinweistafel, ein seltsames Gebäude … Stopp!

 

 

 

Ein Soldatenfriedhof mit tausenden von weißen Kreuzen. Eines sieht aus wie das andere. Noch im Tod gleichgeschaltet … Reih’ und Glied. Nur bei genauem Hinsehen  - auf den Kreuzen in schlichter Schrift … Name, Geburtsjahr, Todesjahr. Fast keiner älter als 25 Jahre. Hinter jedem Namen ein Mensch, unbeschreibliches Leid, eine Familie, eine Geschichte, eine vernichtete Zukunft, ein sinnloser Tod.

 

 

 

Wir verlassen das Gräberfeld, gehen durch das Gelände … die Sonne scheint, Insekten schwirren, überall  üppige Natur. Dann … Stacheldraht … ein Schützengraben … ich stehe in diesem Graben … plötzlich schwinden die Farben dieses warmen Spätsommertags … damals war Winter, es war saukalt, erfrorene Finger und Zehen, zerlumpte Klamotten, Löcher als Behausungen, …der „Feind“ war nur wenige Meter entfernt, Angst, große Angst … der Freund, zerfetzt … es hat ihn erwischt … seine Augen … Panik… Rennen … kein Ausweg …

 

 

 

Fast 30.000 Soldaten haben dort ihr Leben gelassen - . Der Hartmannsweilerkopf hieß bei ihnen der Menschenfresserberg. 

 

 

 

2019 entdeckte ich den Wandgobelin von Michel Aubry in der Hypokunsthalle. Das Rot, diese geographische Blutlache, katapultierte mich zurück zu meinen eigenen Eindrücken und Empfindungen dort. Die Wunden heilen nur langsam, die Traumata wirken durch Generationen. 

 

 

 

Heute Aleppo, Idlip, der Jemen,… es gibt nicht genug Tränen, um all dieses Leid zu beweinen

 


Kommentare: 10
  • #10

    anatomisches glühwürmchen (Samstag, 28 März 2020 23:40)

    Lieber Marco,
    danke für deine freundlichen Zeilen! Oft werden dürre Worte erst durch Bilder lebendig. Aber umgekehrt weisen Worte manchmal auch den Weg zum Verständnis der Bilder. Die zwei Seiten einer Münze?
    Herzlichst Ana

  • #9

    dotroom (Freitag, 27 März 2020 03:22)

    Liebe Ana,
    das ist ja der Wahnsinn, was du am Mittwoch, den 18 März 2020 an DereL geschrieben hast.
    Du kannst dich hervorragend und noch dazu ohne Schreibfehler ausdrücken. In dem, was du inhaltlich sagst, bin ich ganz bei dir. Deine Bilder mögen, das was du sagst, eventuell ausdrücken, einen in die Richtung weisen. Zusammen mit dem Titel. Aber eindeutig machen es erst deine Worte. Jedenfalls bei diesen beiden Bildern.
    Das wollte ich mal gesagt haben.
    Herzliche Grüße Marco

  • #8

    hr nomann (Mittwoch, 25 März 2020 10:17)

    AnA, mensch dass ich dich jetzt erst sehe. ich glaub ich hab ne ganze woche verpennt! irgendwo dahinten im dschungel. zuviel rum bei der letzten party. und die musike ist, trotz der feinen instrumente vom hr raschke werner auch nicht besser geworden. hatte also einen ziemlich dicken koppp! aber jetzt bist DU JA DA. das freut mich ungeheuer, AnA. aber scheinbar bin ich da nicht der einziege. frau monte und der DereL himself!!! und kriegt noch einen eigenen brief von dir(möchte ich auch, ana, bitte) und dann... ah nee der marin mit eingenem pioetentext... was soll da ICH noch sagen??? sind plätzlich alle so ergriffen, extrem gerürht. beim DereL gibts sogar was auf die nase. ah nee.
    also ich sag da nur: KEINE ATEMPAUSE GESCHICHTE WIRD GEMACHT ES GEHT VORAN WAR MAL SO N LIEDCHEN; WEI? NICHT MEHR WIE DIE HEI?EN. ist glaub ich jetzt einer jestorbn.
    mehr sag ich nicht ana, du verstehst schon. DEIN nomann

  • #7

    SguidoS (Mittwoch, 25 März 2020 09:43)

    Sehr gelungener Beitrag, wunderbar eindringlicher, passender Text.
    Gruß

  • #6

    anatolisches glühwürmchen (Mittwoch, 18 März 2020 17:08)

    Lieber DereL,

    für Deine ergänzenden und weiterführenden Gedanken zu meinen Bildern möchte ich Dir herzlich danken. Die Ausstellung mit den Gobelins in der Hypokunsthalle war ein ganz besonderes Erlebnis für mich. Der Gobelin von Aubry hat mich förmlich angesprungen (ist das sprachlich korrekt?) In meinem Foto habe ich eine vierte Aufnahme in die abfotografierte Tapisserie hineinkopiert - meine eigene von einem immer noch aus Kriegszeiten vorhandenen Stacheldraht mitten in einem wild wuchernden Hagebuttengestrüpp auf dem Hartmannswillerkopf.

    Mit der „Nase darauf gestoßen werden“ … ja, genau das war es. Damals in den Vogesen und dann nochmals in der Ausstellung. Gleichzeitig das sofortige Auftauchen der medialen Bilder von den Kriegsgebieten dieser Welt. Durch die reale VerORTung und durch eigenes ErLEBEN brachen diese Bilder dann in meine WIRKlichkeit ein. Sie füllten mich, füllen mich immer wieder, mit einer tiefen Traurigkeit. Unermessliches Leid, grenzenlosen Schmerz, und unauslöschliche Traumata mussten und müssen Menschen durch Krieg und Gewalt erleiden. Krieg ist die größtmögliche Katastrophe, die es gibt!
    Und Du hast Recht, es ist unredlich, die Corona-Epidemie mit Krieg zu vergleichen. Die Einschränkungen, die wir derzeit erleben, sind herausfordernd und dennoch vergleichsweise banal. Wir werden wirtschaftliche Folgen zu tragen haben, aber das alles hat nicht die Ausmaße eines Krieges. Zum Glück!

    Überhaupt schleicht sich in unseren Sprachgebrauch immer wieder Kriegsvokabular ein …
    die Stellung halten … zu den Waffen greifen … dem Feind ins Auge blicken …. in der Schusslinie stehen… wie eine Bombe einschlagen ……..
    Wie Sprache in unseren sozialen Netzwerken eingesetzt wird, davon möchte ich gar nicht weiter reden …

    Der Keim eines jeden Krieges liegt in der destruktiven Form des Umgangs miteinander und in der Wahl einer aggressiven Konfliktlösung. Wer den „Feind“ sucht, wird ihn auch finden.
    Mit der Nase auf die verheerenden(!) Folgen von Krieg und Gewalt gestoßen zu werden, ist NOT-WENDIG um achtsam zu bleiben und Kräfte (in uns selbst und gesellschaftlich) zu bündeln, damit die Destruktivität (die wohl in jedem Menschen angelegt ist) ihre zerstörerische Kraft nicht entfalten kann.

    Vielen Dank und herzliche Grüße
    AnA

  • #5

    ch.monte (Mittwoch, 18 März 2020 06:45)

    Das ist ein sehr schöner Beitrag DereL. Einen tollen Großvater hast du da. Und toll ist auch deine sprachliche Sensibilität. Ich denke auch, dass es in gewisssen oder vielen Situationen darauf ankommt, genau (nicht penibel) zu sein, auch sprachlich. Sonst entstehen Verwerfungen, auch wenn man ehrlich sein will. Ich höre in diesen Tagen z.B. sehr oft, dass diese ganze Corona-Getue "nervt". Das ist wirkliich ein tolles Beispiel, wie man es gut meinen und dennoch/gerade deswegen die Sache verfehlen kann. Es nerven alle möglichen Dinge: Lärm, bestimmte VErhalten von bestimmten Leuten, wenn die U-Bahn oder der MAnn zu soät kommt usw. Aber weder CORONA, also so eine Art Pest ,noch die hässlichen und beschämenden VErhaltensweise vieler Leute (der Mensch in der Masse, la foule- tu est fou = du spinnst) "nerven". Das tut RICHTIG weh!
    Und zu dem Bild vom anatolischen Glühwürmchen möchte ich sagen. Ich habe schon viele tolle Bilder gesehen, aber die beiden gehören für mich wirklich zu den ganz guten, könnten als lehrbeispiele für ein oberseminar: was soll und kann die fotografie- dienen. Große Verbeugung ANA, vor großer bildmacherin!
    Und passt auf euch auf, bleibt gesund! Liebe Grüße Christina

  • #4

    DereL (Dienstag, 17 März 2020 20:34)

    Neugierig auf den Künstler Michel Aubry geworden, bin ich ins Internet gegangen. In der Kunsthalle München ist man der Tapisserie "H.W.K. (2005–2015)" fotografisch so nah wie noch nie gekommen. Ein interessantes künstlerisches, fotografisches Projekt.
    "Bei der Vorlage für diese Tapisserie handelt es sich um eine digitale Fotomontage von drei Luftaufnahmen, die in Abständen von mehreren Jahrzehnten entstanden sind und das Gebiet um den Hartmannswillerkopf (abgekürzt »H.W.K.«; frz. »Vieil Armand«) im Elsass zeigen."
    https://tiefenpixel.de/KunsthalleMuc/Aubry_HWK/index.html
    Man kann sich so der Tapisserie bis auf wenige Zentimeter nähern und wird digital "mit der Nase" auf das Objekt und das Thema gestoßen.
    Text und Fotoarbeit vom anatolisches glühwürmchen machen gerade jetzt darauf aufmerksam, wie leichtferig wir z.B. in einer Zeit, in der der Coronar-Virus um sich greift, mit unserer Sprache umgehen, wenn wir davon sprechen, dass wir uns mit ihm in einem Krieg befinden. In einem Krieg, das lehrt die Geschichte, sind früher oder später alle Mittel erlaubt, ohne Rücksicht auch auf eigene Verluste von Rechten, Ethik, Moral, Menschenleben. Mein Großvater war vom ersten Tag an in diesem Ersten Weltkrieg, er kam weitgehend unbeschadet an Leib und Seele als einer der wenigen von seinen permanenten Fronteinsätzen zurück. Er hätte das Wort Krieg nie so leichtfertig in den Mund genommen, weil er wusste, was es bedeutet. Man hört immer öfter, dass man Gras über diese Zeitzeugnisse wachsen lassen soll. Gut das das nicht geschieht. Wir brauchen diese Orte, über die man wie Michel Aubry und das anatolisches glühwürmchen stolpert, und "mit der Nase" auf Existenzielles gestoßen wird..

  • #3

    Klaus Rex (Sonntag, 15 März 2020 19:03)

    Bilder die Aussagen vermitteln und der entsprechende Text dazu regt zum nachdenken an . Das passt perfekt in die Bucht .

  • #2

    Geri Barreti (Sonntag, 15 März 2020 00:56)

    Wichtig, dass es Bilder wie diese gibt - solche die sich auch mit ernsten Dingen befassen!

  • #1

    w.marin (Samstag, 14 März 2020 02:33)

    blutgetränkte erde ist eines der schönsten/wichtigsten bilder, die ich gesehen habe, deshalb hier ein kleiner eigenkommentar. (sorry)

    Finistère

    I

    soll die nacht kommen und die flut
    du geh hinunter
    vorbei an ginster und sandgras
    zu den dünen
    soll der meerwind vereisen das licht
    vom nahen leuchtturm
    dies ist noch nicht
    dein zeichen

    II

    dies ist kein beredter augenblick
    die zeit verstummt und
    auch sehnende herzen werden stiller
    wenn den flug der nacht
    die fledermaus diktiert

    III

    sieh diese steine da
    aus dem sand emporragen
    getragen von gleichgültiger zeit
    vom wind umworben von moos von salz
    sieh in dieses antlitz nimm deine hände
    nimm deine augen


    sieh diese gesichter da
    und höre aus steinernem mund
    geschichten anderen lebens
    nicht zeugenschaft von aufbrüchen von schiffbrüchen
    von invasionen und abschieden
    und wenn einer ankommt
    im fremden land-
    dies aber ist eine andere form
    ist eine andere geschichte


    nur wir leben und werden und zerstören und vergehen
    aber sieh diese steine da und sieh
    wie dieser schädel und diese hand
    geworden sind
    im vergehen


    steine gesichter anderen lebens
    dem keine kindheit voranging
    die geschichte zu vollenden
    im reifen alter wissender menschen
    siebzehnhundertneunundachtzig
    achtzehnhunderteinundsiebzig
    neunzehnhundertachtundsechzig
    paris prag peking
    neunzehnhundertneunundachtzig
    auch die neuzeit zitiert mit jedem schritt
    die vorgeschichte der barbarei
    corsi und ricorsi


    sieh diese steine da
    wenn du dich abwendest vom blutdunst
    wenn du atem holen willst
    vom ziellauf vermessener zeit
    an dieser hand und an diesem finger
    die zum meer gewandt
    den flüchtenden grüßen
    klebt zumindest kein blut

    IIII

    auch du wirst sterben
    auch deine asche wird sich senken
    auf farnkraut und wellenkamm
    wird vom wind genommen werden
    und vertrieben über die hügel
    vielleicht, könntest du wünschen
    zurück an diesen ort


    auch dein blut wird billig werden
    und schwärzlich stocken über deinem auge
    wird enden und enden mit ihm
    was nie einen halt hatte
    in anderen herzen und augen
    es bleibt kein stein von diesem blut
    auf einem anderen



pepe_k (rott am inn)

achtsamkeit, balance, absichtslosigkeit, reduktion

Die sinnfreie Beschäftigung mit dem Umgebenden verändert die Sicht auf alle Dinge!

 

 

 

Achtsamkeit, Balance, Absichtslosigkeit, Reduktion

 

-       Pfeiler des Zen

 

-       Richtlinie

 

-       Ziel

 

 

 

 

 

Es ist mir eine große Freude, wenn mich Motive „anspringen“ die zumindest eines dieser Elemente beinhalten – Schnappschüsse – nichts weiter – und innere Beg(w)egnung

 

 

 

Achtsamkeit

 

-       viele Bilder (leider) ohne Kamera oder ohne mir die Zeit zu nehmen an  (inne) - zuhalten zum Ablichten. Sie zu suchen habe ich aufgegeben, sie tauchen schon auf - entweder – oder !

 

 

Balance

 

-       Schwerpunkte neu definieren und einordnen

 

 

Absichtslosigkeit

 

-       Rätsel des Tuns

 

 

Reduktion

 

-       der Ergriffenheit durch das Panorama stand halten

 

 

 

 

… und dann, in der Realität, bis ich wieder Autoschlüssel, Handy, Werkzeug suche – zum Teufel !

 


 

Aber auch ( ohne die eigene Knipserei mit Inhalt zu überfrachten) und wichtig

 

Kunst und Schöngeist sind nicht der Nabel der Welt, aber ein gutes Medium um Ärschen die kalte Schulter zu zeigen ! 

 

 

 

Glanz und Schande sind subjektiv, Empathie als objektives Motiv  lässt Perspektiven der Verbundenheit und Gleichheit ohne Wertung entstehen.

 

 

 


Kommentare: 7
  • #7

    pepe (Samstag, 28 März 2020 21:46)

    Nun endlich Zeit um die Kommentare zu kommentieren und mich zu freuen, unter wohlwollenden Blicken, hier ankern zu dürfen.
    Als ich begann in der FC meine Fotobilder zu veröffentlichen, die Fülle der guten, gezeigten Fotos sah und merkte, wie detailliert sie beurteilt wurden, war mir klar, um vor den Männern, die auf Wände starren (- und auch den Frauen!) und vor meinen Idolen bestehen zu können braucht es schon Selbstkritik und Anspruch. Es ist Schulung und Lernen – jedesmal – und gut so!
    Wie ich – ist ein wenig Eigenwerbung erlaubt? - auf meiner HP schreibe, ( https://pepeportfolio.jimdofree.com/ - für Mehr ohne wesentlich mehr Worte) bearbeite ich meine Bilder nachträglich – natürlich - aber so wenig wie möglich, um einerseits sowohl für den Druck als auch für den Eindruck ein optimales Ergebnis zu erzielen und andererseits das Originalmotiv nicht zu verfälschen. Letztlich dokumentiere ich nur besondere Farbigkeiten und Zusammentreffen, die durch Vergänglichkeit und Veränderung entstehen.
    Wunderbar wenn die kleinen Nebensächlichkeiten und Abnormitäten des Lebens ein wenig mehr Aufmerksamkeit bekommen!

    „… Gleichgültig ob in der Malerei, der Fotografie, beim Töpfern, beim Kochen: die Momente wenn es still wird und man selbst weiß, dass es gelingt, genügen. Und dann wird die technische Raffinesse, die goldenen Regeln, der feine Schliff nur zum letzten Versuch zu schmeicheln.“

    Schiff Ahoi
    und bleibt gesund
    pepe

  • #6

    Klaus Rex (Freitag, 27 März 2020 10:19)

    Hier werden Abstraktionen gezeigt die in Ihrer Komplexität perfekt zusammenpassen und von den Farben und Formen leben .Strukturelles gut komponiert in Szene gesetzt .
    Gruß Klaus

  • #5

    hr nomann (Mittwoch, 25 März 2020 10:08)

    nun will ich auch mal meinen senf hier draufgaben. SguiodESSE (ciao guido- das gefällt dir also, hast du nix kritisches anzumerken wie bei mir immer????) hat natürlich recht, dass es in den bildern vom pepe bestechende ansichten gibt. finde ich ja auch. besonders bestechend allerdings finde ich auch, dass in diesen zenARTigen bilderchen, die so ruhig und ausbalanciert und SOOO natürlich daherkommen, doch auch ganz schön getrickst wird, wenn ich mich nicht täúsche. in dem untern bild das blau ist schon ganz schön blau, so ein richtig roamntisches blumenblau eben. das gibts doch in wirklichkeit soundso nicht. ein fall für den hr und oberkommisar TWIN o coolin würd ich mal sagen.
    ob das bild daurch schlechter wird???
    würd ich eigentlich nicht sagen.
    bisschen besser sogar. bisschen viel besser. sogar.
    starkes bild gefällt mir. auguri hr pape!!!

  • #4

    SguidoS (Mittwoch, 25 März 2020 09:45)

    Zu den Bildern fällt mir spontan ein, das es immer wieder bestechende Anblicke gibt, welche sich nicht erklären lassen, der Blick auf scheinbar Unscheinbares ist es was gute Bildsprache für mich ausmacht. diese finde ich hier und das freut mich. LG

  • #3

    anatolisches Glühwürmchen (Sonntag, 22 März 2020 00:21)

    Die Schönheit der Zufälligkeit wird nur durch den achtsamen Blick erkannt.
    Deine lichten Bilder brauchen keine Worte, nur hingebungsvolle Betrachtung.
    Schön, hier auf Deine Bilder zu treffen. Viele Grüße, Ana

  • #2

    dotroom (Samstag, 21 März 2020 21:30)

    "Ärschen die kalte Schulter zu zeigen !" ist bei mir sehr positiv hängen geblieben.
    Deine Sicht auf die Dinge, die für die meisten Fotografen unbedeutend ist, hinterläßt bei mir einen starken Eindruck. Auch die beiden hier gezeigten Bilder sind großartig, voller Details und fesselnd.
    Grüße Marco

  • #1

    s.monreal (Samstag, 21 März 2020 14:39)

    Ich war ungeduldig. Ich habe mich schon vorher Deine Bilder bei fc angesehen. Und als ich dann bei einem Bild von Werner las, welches Bild... da wurde mir erst klar, dass das ja so ähnlich ist, wie ein Buch von hinten zu lesen, was ich da mache... Aber puh... die Bilder sind nicht dabei. und: schade... die Bilder sind nicht dabei...!
    Die Gesamtheit Deiner Bilder ist umwerfend gut - finde ich. Tolle Grafiken, so schön reduziert, real und nicht in PS entstanden, leben (haupstächlich) von sich selbst und dem, was Du durch Bildaufbau, Schnitt und Deinem Blick für Details daraus machst. Hut ab!


werner koch (seiersberg, österreich)

miksang

Mit Miksang oder kontemplativer Fotografie gelingt mir die Flucht aus dem Alltag. Das Üben dieser Art der Fotografie hilft mir ruhig zu werden, um mich zu schauen und kleine Schönheiten in allem zu bemerken. Dies bringt mich in einen Zustand der Ruhe und vermittelt mir das Gefühl, hier und jetzt zu sein. Kontemplative Fotografie ist so gesehen für mich eine Art Meditation.

 

Ein wichtiger Ort der Inspiration ist das Licht- und Schattenspiel, das im Haus stattfindet. Zum Beispiel kann ich beschäftigt sein, aber mit dem Augenwinkel bemerke ich ein Schattenspiel. 

 

Wenn ich reise, habe ich weniger Stress und so merke ich Schönheiten häufiger. Ich teile mir das Denken ein, habe ich jetzt eine Aufgabe zu erfüllen, Bilder für einen Vortrag, Bilder für ein Buch, einen Kalender…..oder versuche ich meine Stimmung, mein Gefühl mit der neuen Umgebung abzustimmen.

 

Ich kann jetzt sagen, dass das Beste, was die kontemplative Fotografie für mich tut, ist, dass ich mich gut fühle. Es ist ein schönes Gefühl, wenn andere Leute meine Fotos mögen oder wenn sie sich von ihnen inspirieren lassen, aber das ist nicht immer wichtig. Die Fotos in kontemplativer Fotografie sind eine Darstellung meiner Gefühle und Gefühle. 

 

Dank dieser Art der Fotografie habe ich einen Weg gefunden, meine Emotionen auf eine Weise auszudrücken und zu teilen, die für andere verständlich wird. Hören wir auf zu denken "Ich muss großartige Bilder machen, ich muss etwas Interessantes finden, ich muss, ich brauche, ich muss….“. Manchmal ist es ziemlich schwierig, diese Routine zu durchbrechen und in die reine Wahrnehmung der Schönheit einzutauchen.

 


Kommentare: 3
  • #3

    Geri Barreti (Sonntag, 29 März 2020 01:57)

    Diese Art von meditativer Fotografie spricht mich an. Sie kann überall erfolgen, zuhause wenn man Lichteinfall zwischen den Leisten einer Jalousie einfängt und beobachtet wie sie sich von einem Augenblick zum nächsten verändert...oder auch draußen bei einem Spaziergang, in dem man kleine unscheinbare Dinge in der Natur fotografiert. Auch ich habe so etwas schon öfter gemacht...da gibt es sehr viele Varianten. Schlicht und schön.

    LG
    Geri Barreti

  • #2

    anatolisches glühwürmchen (Sonntag, 29 März 2020 00:13)

    In deinen Bildern schließen der flüchtige Augenblick und Deine Konzentration einen Bund. Deine Aufnahmen zeugen von großem fotografischen Können, dennoch sind sie schlicht und haben eine eindringlichen Präsenz.

    Es existiert einzig das Jetzt. Jetzt. Und jetzt.

    Vielen Dank für Deine gegenwärtigen Bilder.
    Herzliche Grüße, Ana

  • #1

    Twin O'Caulin (Samstag, 28 März 2020 13:43)

    Was du über das Konzept der "kontemplativen Fotografie" schreibst, kann ich gut nachempfinden. Ich gehe im öfter (allein) auf eine kleine Tour, auch an mir bereits vertraute Orte, um dort die Stimmung einzufangen, dort zu verweilen, um das Bekannte neu zu sehen und in neuer Sicht zu fotografieren. Und ich finde diese Art der Beschäftigung geradezu meditativ.
    Die Bilder, die du hier versammelst, zeigen, dass dein Anspruch aufgeht. Sie wirken persönlich in der Sichtweise und offenbaren ihren kontemplativen Charakter. Es sind Bilder, die weit entfernt davon sind, einen bestimmten Effekt erhaschen zu wollen. Ihre Wirkung erlangen sie durch Bescheidenheit und Stille. Die Wahl des Mediums S/W unterstreicht diese Wirkung.